(Kiel) Ist eine deut­sche Per­so­nen­ge­sell­schaft (Ober­per­so­nen­ge­sell­schaft) an einer aus­län­di­schen Per­so­nen­ge­sell­schaft betei­ligt, min­dert ein Wäh­rungs­ver­lust aus der Liqui­da­ti­on der aus­län­di­schen Unter­per­so­nen­ge­sell­schaft nicht den im Inland steu­er­pflich­ti­gen Gewer­be­er­trag.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 13.04.2016 zu sei­nem Urteil vom 2. Dezem­ber 2015 — I R 1314.

Im Streit­fall hielt eine inlän­di­sche KG rund 25 % der Antei­le an einer US-ame­ri­ka­ni­schen Per­so­nen­ge­sell­schaft (Limi­ted Part­nership). Die US-Gesell­schaft wur­de liqui­diert. Da sich bei der KG auf­grund von Wech­sel­kurs­än­de­run­gen aus der Rück­zah­lung ihrer Ein­la­ge ein Wäh­rungs­ver­lust in Höhe von rund 1 Mio. € ergab, mach­te sie die­sen Ver­lust gewer­be­steu­er­min­dernd gel­tend.

Dem ist der BFH – eben­so wie zuvor das Finanz­amt und das Finanz­ge­richt — ent­ge­gen­ge­tre­ten. Ent­schei­dend ist, dass der Gewer­be­steu­er nur die Erträ­ge inlän­di­scher Betriebs­stät­ten unter­lie­gen. Zudem ist gewer­be­steu­er­recht­lich jede Per­so­nen­ge­sell­schaft eigen­stän­dig Steu­er­schuld­ne­rin. Für dop­pel­stö­cki­ge Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten sehen des­halb § 8 Nr. 8 und § 9 Nr. 8 des Gewer­be­steu­er­ge­set­zes vor, dass aus dem Gewer­be­er­trag einer inlän­di­schen Gesell­schaft sowohl Gewin­ne als auch Ver­lus­te aus ihren Betei­li­gun­gen (an inlän­di­schen und aus­län­di­schen) Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten her­aus­zu­rech­nen sind. Die­se Rege­lun­gen gel­ten nicht nur für lau­fen­de Betei­li­gungs­er­trä­ge, son­dern auch für den Fall, dass eine aus­län­di­sche Unter­per­so­nen­ge­sell­schaft liqui­diert wird und hier­bei ein Wäh­rungs­ver­lust ent­steht.

Der BFH sieht dies auch unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on (Urteil X, C-686/13) als mit dem Uni­ons­recht ver­ein­bar an. Es bestehe kei­ne Ver­pflich­tung, Wäh­rungs­ver­lus­te zur Gewähr­leis­tung der auch gegen­über Dritt­staa­ten (hier: USA) gel­ten­den Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit bei der Ermitt­lung des inlän­di­schen Gewer­be­er­trags der KG abzu­zie­hen.

Der BFH äußert sich im Übri­gen zu wich­ti­gen Ver­fah­rens­fra­gen bei dop­pel­stö­cki­gen Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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