(Kiel) Das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz (FG) hat die bis­lang gericht­lich noch nicht geklär­te Fra­ge ent­schie­den, ob Arbeit­neh­mer, die sich beim Ein­tritt in den Ruhe­stand für eine Kapi­tal­aus­zah­lung ihrer betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung ent­schei­den, die­sen Betrag nur ermä­ßigt ver­steu­ern müs­sen.

Das FG hat die­se Fra­ge zuguns­ten der Arbeit­neh­mer ent­schie­den, aller­dings wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung die­ser Fra­ge die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) zuge­las­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz (FG) vom 3.07.2015 zu sei­nem Urteil vom 19. Mai 2015 (5 K 179212).

Die Klä­ge­rin war bis 2010 als Ange­stell­te in einer Bank tätig. Im Jahr 2003 hat­te sie mit ihrem Arbeit­ge­ber eine sog. „Ent­gelt­um­wand­lung“ ver­ein­bart. Dazu wur­de sei­ner­zeit zu Ihren Guns­ten ein Alters­vor­sor­ge­ver­trag mit einer Pen­si­ons­kas­se abge­schlos­sen und zur Ent­rich­tung der Bei­trä­ge (steu­er­be­frei­ter) Arbeits­lohn an die Pen­si­ons­kas­se abge­führt. Mit Ein­tritt in den Ruhe­stand (2010) erhielt die Klä­ge­rin – auf ihren Wunsch — die betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gungs­leis­tun­gen aus der Pen­si­ons­kas­se nicht monat­lich, son­dern in einem Ein­mal­be­trag (rd. 17.000 €) aus­ge­zahlt. Das Finanz­amt war der Auf­fas­sung, dass die­se Zah­lung der Pen­si­ons­kas­se mit dem vol­len Steu­er­satz zu ver­an­la­gen sei. Dem wider­sprach die Klä­ge­rin und ver­lang­te eine ermä­ßig­te Besteue­rung nach der sog. „Fünf­tel­re­ge­lung“ (§ 34 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz), d.h. mit einem güns­ti­ge­ren Steu­er­ta­rif.

Die Kla­ge hat­te Erfolg.

Auch das FG war der Auf­fas­sung, dass die Zah­lung der Pen­si­ons­kas­se nur nach der Fünf­tel­re­ge­lung besteu­ert wer­den dür­fe. Dies sei – so das FG – nicht nur nach Sinn und Zweck der gesetz­li­chen Rege­lung, son­dern auch mit Rück­sicht auf die Neu­re­ge­lung der Ren­ten­be­steue­rung durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz gebo­ten. Es ver­sto­ße gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 Grund­ge­setz), wenn man Kapi­tal­zah­lun­gen aus der sog. Basis­ver­sor­gung (z.B. gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung) und Zah­lun­gen aus der beruf­li­chen Alters­ver­sor­gung (z.B. Pen­si­ons­kas­se) unter­schied­lich behand­le. Für ent­spre­chen­de (Einmal-)Kapitalzahlungen aus der sog. Basis­ver­sor­gung habe der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) näm­lich bereits ent­schie­den, dass sie nicht mit dem vol­len Steu­er­satz, son­dern nur nach der Fünf­tel­re­ge­lung besteu­ert wer­den dürf­ten.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

 
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Jörg Pas­sau
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