(Kiel) Dem öffent­li­chen Inter­es­se am Voll­zug des Soli­da­ri­täts­zu­schlags kommt Vor­rang gegen­über dem Inter­es­se des Steu­er­pflich­ti­gen an der Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes zu.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.07.2016 zu sei­nem Beschluss vom 15. Juni 2016 — II B 9115 — unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls.

Dem ste­he nicht ent­ge­gen, dass das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt mit Beschluss vom 21. August 2013 7 K 14308 das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) erneut zur Klä­rung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­set­zes ange­ru­fen hat.

Der Streit­fall betraf das Jahr 2012. Vom Arbeits­lohn der Antrag­stel­ler war der Soli­da­ri­täts­zu­schlag ein­be­hal­ten und an das Finanz­amt abge­führt wor­den. Die Antrag­stel­ler begehr­ten die vor­läu­fi­ge Rück­zah­lung des von ihnen ent­rich­te­ten Soli­da­ri­täts­zu­schlags von ca. 715 €.

Der BFH lehn­te dies ab. Das öffent­li­che Inter­es­se am Voll­zug des Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­set­zes sei wegen der Siche­rung einer geord­ne­ten Haus­halts­füh­rung vor­ran­gig. Eine vor­läu­fi­ge Nicht­er­he­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags wür­de dazu füh­ren, dass das Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­setz fak­tisch außer Kraft gesetzt wer­den wür­de. Dies hät­te Ein­nah­men­aus­fäl­le in Mil­li­ar­den­hö­he zur Fol­ge. Es kön­ne offen blei­ben, ob der Vor­la­ge­be­schluss des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts ernst­li­che Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der fest­ge­setz­ten Soli­da­ri­täts­zu­schlä­ge begrün­den kön­ne. Der BFH habe bereits frü­her ent­schie­den, dass das Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­setz ver­fas­sungs­ge­mäß sei (Urtei­le vom 21. Juli 2011 II R 5210, BFHE 234, 250, BSt­Bl II 2012, 43, und II R 5009, BFH/NV 2011, 1685). Das BVerfG habe die dage­gen erho­be­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­den nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
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Jörg Pas­sau
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