(Kiel) Der IV. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat ent­schie­den, dass der Erwer­ber eines Anteils an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft, der im Hin­blick auf stil­le Reser­ven in Wirt­schafts­gü­tern des Gesell­schafts­ver­mö­gens einen Kauf­preis über dem Buch­wert des über­nom­me­nen Kapi­tal­kon­tos zahlt, den Mehr­preis als Anschaf­fungs­kos­ten der betref­fen­den Wirt­schafts­gü­ter so abzu­schrei­ben hat, als hät­te er die Güter in die­sem Zeit­punkt als Ein­zel­un­ter­neh­mer erwor­ben.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.02.2015 zu sei­nem Urteil vom vom 20. Novem­ber 2014 — IV R 111.

Im Streit­fall ging es um eine Per­so­nen­ge­sell­schaft, die ein Con­tai­ner­schiff erwor­ben und auf Basis der sei­ner­zei­ti­gen Nut­zungs­dau­er abge­schrie­ben hat­te. Jah­re spä­ter ver­kauf­ten Gesell­schaf­ter ihre Antei­le zu Kauf­prei­sen ober­halb des jewei­li­gen Buch­werts der Kapi­tal­kon­ten. Die Neu­ge­sell­schaf­ter woll­ten die Mehr­be­trä­ge, die auf das bereits weit­ge­hend abge­schrie­be­ne Schiff ent­fie­len, in ihren Ergän­zungs­bi­lan­zen kor­re­spon­die­rend zur (Rest-)Abschreibung des Schiffs in der Gesell­schafts­bi­lanz abschrei­ben. Das Finanz­amt ver­trat dem­ge­gen­über die Auf­fas­sung, die Abschrei­bung sei über einen län­ge­ren Zeit­raum, näm­lich über die für ein gebraucht erwor­be­nes See­schiff gel­ten­de Rest­nut­zungs­dau­er im Erwerbs­zeit­punkt der Antei­le vor­zu­neh­men.

Wäh­rend das Finanz­ge­richt (FG) der von der kla­gen­den Per­so­nen­ge­sell­schaft ver­tre­te­nen Rechts­an­sicht gefolgt war, sah der IV. Senat des BFH die Din­ge anders: Zweck der Ergän­zungs­bi­lanz ist es danach, den Gesell­schaf­ter so weit wie mög­lich einem Ein­zel­un­ter­neh­mer gleich­zu­stel­len, der ent­spre­chen­de Wirt­schafts­gü­ter erwer­ben wür­de. Des­halb muss bezo­gen auf die Abschrei­bung der in der Ergän­zungs­bi­lanz aus­ge­wie­se­nen Mehr­wer­te die Rest­nut­zungs­dau­er im Zeit­punkt des Anteils­er­werbs neu geschätzt wer­den. Zugleich ste­hen dem Gesell­schaf­ter die glei­chen Abschrei­bungs­wahl­rech­te zu wie einem Ein­zel­un­ter­neh­mer. Da Fest­stel­lun­gen zur aktua­li­sier­ten Rest­nut­zungs­dau­er und zur Wahl­rechts­aus­übung fehl­ten, hob der BFH das FG-Urteil auf und ver­wies den Rechts­streit an das FG zurück.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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