(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass eine kom­mu­na­le GmbH, die den Ret­tungs­dienst bei medi­zi­ni­schen Not­fäl­len durch­führt, gemein­nüt­zig und damit steu­er­be­güns­tigt sein kann.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 7.05.2014 zu sei­nem Urteil vom 27. Novem­ber 2013 — I R 1712.

Bis­lang war unge­klärt, ob die öffent­li­che Hand, wenn sie sich über eine Kapi­tal­ge­sell­schaft — eine sog. Eigen­ge­sell­schaft — pri­vat­wirt­schaft­lich betä­tigt, gemein­nüt­zig­keits­fä­hig ist, ins­be­son­de­re wenn die Eigen­ge­sell­schaft in die Erfül­lung hoheit­li­cher Pflicht­auf­ga­ben ihres Trä­gers ein­ge­bun­den ist. Der BFH hat die Gemein­nüt­zig­keits­fä­hig­keit sol­cher Gesell­schaf­ten nun im Grund­satz bejaht.

Aller­dings unter­sagt das Gemein­nüt­zig­keits­recht Zuwen­dun­gen der begüns­tig­ten Gesell­schaft an ihren Trä­ger. Für die Leis­tun­gen, die sie die­sem gegen­über erbringt, muss die Eigen­ge­sell­schaft des­halb ange­mes­sen bezahlt wer­den. Dazu gehört ein vol­ler Auf­wen­dungs­er­satz eben­so wie ein markt­üb­li­cher Gewinn­auf­schlag. Für die öffent­li­che Hand gel­ten schon aus Wett­be­werbs­grün­den kei­ne ande­ren Regeln als für „pri­va­te“ Kör­per­schaf­ten. Fehlt eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung durch den Trä­ger, schei­tert die Gemein­nüt­zig­keit der Gesell­schaft.

In dem ent­schie­de­nen Fall ging es um die Ret­tungs­dienst-GmbH, die ein bran­den­bur­gi­scher Land­kreis errich­tet hat­te. Der BFH hat dem Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg auf­ge­ge­ben, die Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tun­gen zu prü­fen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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