(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben sei­ne Recht­spre­chung aus dem Jahr 1992 bestä­tigt, nach der Ver­ei­ne der Fuß­ball-Bun­des­li­ga Ablö­se­zah­lun­gen an ande­re Ver­ei­ne für den Wech­sel von Spie­lern nicht sofort steu­er­wirk­sam als Betriebs­aus­ga­ben abset­zen kön­nen.

 Die Ver­ei­ne müs­sen viel­mehr in ihren Bilan­zen für die exklu­si­ve Nut­zungs­mög­lich­keit an dem jewei­li­gen Spie­ler ein imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut in Höhe der Ablö­se­zah­lun­gen zuzüg­lich etwai­ger Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen an Spie­ler­ver­mitt­ler aus­wei­sen und kön­nen die­ses ent­spre­chend der Ver­trags­lauf­zeit abschrei­ben.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 1.02.2012 zu sei­nem Urteil vom 14. Dezem­ber 2011 — I R 10810.

Die­se Recht­spre­chung war von dem kla­gen­den Bun­des­li­ga-Ver­ein u.a. des­halb in Fra­ge gestellt wor­den, weil sie sei­ner Auf­fas­sung nach den Gege­ben­hei­ten nach dem sog. “Bosman”-Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on aus dem Jahr 1995 nicht mehr gerecht wer­de und weil sie auf eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Bilan­zie­rung von “Human­ka­pi­tal” hin­aus­lau­fe.

Nach Auf­fas­sung des BFH ist das Steu­er­bi­lanz­recht dem­ge­gen­über gehal­ten, die tat­säch­li­chen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se auf dem ent­stan­de­nen Markt für den “Ein­kauf” und den “Ver­kauf” von Pro­fi­spie­lern abzu­bil­den. Vor dem Hin­ter­grund die­ses Mark­tes stellt die vom Deut­schen Fuß­ball­bund ver­bands­recht­lich abge­si­cher­te exklu­si­ve Ein­satz­mög­lich­keit eines Spie­lers eine eigen­stän­di­ge ver­mö­gens­wer­te Posi­ti­on des ver­pflich­ten­den Ver­eins dar, die bei der Bilan­zie­rung berück­sich­tigt wer­den muss. Solan­ge die Ver­hält­nis­se auf dem Lizenz­spie­ler­markt selbst nicht als rechts- oder sit­ten­wid­rig ange­se­hen wer­den, kann eine dar­an anknüp­fen­de Bilan­zie­rung und Besteue­rung nicht als Ver­fas­sungs­ver­stoß gewer­tet wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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