(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass die Zutei­lung der Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und die dazu beim Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) erfolg­te Daten­spei­che­rung mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar sind. Die dar­in lie­gen­den Ein­grif­fe in das Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung sind durch über­wie­gen­de Inter­es­sen des Gemein­wohls gerecht­fer­tigt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 1.02.2012 zu sei­nem Urteil vom 18. Janu­ar 2012 — II R 4910.

Da die Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mern den steu­er­pflich­ti­gen natür­li­chen Per­so­nen anders als die bis­he­ri­gen Steu­er­num­mern auf Dau­er und bun­des­ein­heit­lich zuge­teilt wer­den, ermög­li­chen sie deren ein­deu­ti­ge Iden­ti­fi­zie­rung im Besteue­rungs­ver­fah­ren. Dies dient zum einen dem auch ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen gleich­mä­ßi­gen Voll­zug der Steu­er­ge­set­ze und ermög­licht zum ande­ren einen gewich­ti­gen Abbau von Büro­kra­tie sowohl im Bereich der Steu­er­ver­wal­tung als auch bei Unter­neh­men und ande­ren Stel­len. Ins­be­son­de­re bil­den die Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer und die dazu erfolg­te Daten­spei­che­rung eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Erset­zung der bis­he­ri­gen Lohn­steu­er­kar­ten durch die nun­mehr ab dem Jahr 2013 vor­ge­se­he­nen elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­merk­ma­le sowie für die Auto­ma­ti­sie­rung von Ver­fah­rens­sa­b­läu­fen. Auf­grund der Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer kann zudem die zutref­fen­de und voll­stän­di­ge Erfas­sung der Alters­ein­künf­te bei der Ein­kom­men­steu­er leich­ter und effek­ti­ver geprüft wer­den. Außer­dem kann Miss­bräu­chen bei der Bean­tra­gung von Kin­der­geld sowie beim Abzug von Kapi­tal­er­trag­steu­er ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den.

Der BFH hat einen Ver­stoß gegen das Grund­recht auf Reli­gi­ons­frei­heit eben­falls ver­neint, so Pas­sau.

Dies gilt auch hin­sicht­lich der Neu­re­ge­lung des Abzugs von Kir­chen­steu­er von Kapi­tal­er­trä­gen, die für nach dem 31. Dezem­ber 2013 zuflie­ßen­de Kapi­tal­er­trä­ge vor­ge­se­hen ist. Der Steu­er­pflich­ti­ge kann näm­lich jeder­zeit, auch bereits vor die­sem Ter­min, beim BZSt bean­tra­gen, dass die Daten über sei­ne recht­li­che Zuge­hö­rig­keit zu einer steu­er­erhe­ben­den Reli­gi­ons­ge­mein­schaft den zum Abzug von Kapi­tal­er­trag­steu­er ver­pflich­te­ten Stel­len nicht mit­ge­teilt wer­den (Sperr­ver­merk).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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