(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass zusam­men­le­ben­de Ehe­gat­ten mit drei unter vier Jah­re alten Kin­dern ihre Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten nur nach Maß­ga­be der im Ein­kom­men­steu­er­ge­setz (EStG) nor­mier­ten Vor­schrif­ten zum Abzug brin­gen kön­nen. Denn ein wei­ter­ge­hen­der Abzug ist aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den nicht gebo­ten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 12.03.2014 zu sei­nem Urteil vom 14. Novem­ber 2013 — III R 1813.

Der Klä­ger erziel­te u.a. Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit. Die Klä­ge­rin ist aus­ge­bil­de­te Ärz­tin, war jedoch nicht erwerbs­tä­tig. Im Streit­jahr 2008 hat­ten die ver­hei­ra­te­ten Klä­ger ver­schie­de­ne Auf­wen­dun­gen (u.a. Au-Pair-Kos­ten) für die Fremd­be­treu­ung ihrer drei Klein­kin­der zu tra­gen. Mit ihrer Kla­ge begehr­ten sie, die ange­fal­le­nen Au-Pair-Kos­ten in vol­ler Höhe und damit auch inso­weit zu berück­sich­ti­gen, als die­se Auf­wen­dun­gen nach Maß­ga­be der im EStG nor­mier­ten Vor­schrif­ten nicht abzugs­fä­hig waren.

Der BFH lehn­te dies, wie bereits zuvor das Finanz­ge­richt, ab, so Pas­sau.

Er ent­schied, dass die im Streit­jahr für Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten vor­ge­se­he­nen Abzugs­be­schrän­kun­gen nicht gegen das Grund­ge­setz ver­sto­ßen. Der BFH hat­te zwar in einem ande­ren Ver­fah­ren, in dem Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten für zwei Klein­kin­der gel­tend gemacht wur­den, ange­deu­tet, dass der Gesetz­ge­ber bei Aus­ge­stal­tung der Abzugs­tat­be­stän­de mög­li­cher­wei­se wei­te­re Zwangs­läu­fig­keits­grün­de hät­te ein­be­zie­hen müs­sen (vgl. BFH-Urteil vom 5. Juli 2012 III R 8009; Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt, Az. beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: 2 BvR 245412). Danach kön­ne ein Bedarf an Fremd­be­treu­ung auch dann unab­weis­bar ent­ste­hen, wenn bei Erwerbs­tä­tig­keit des einen Eltern­teils eine grö­ße­re Zahl min­der­jäh­ri­ger Kin­der zu betreu­en ist. Im Streit­fall sah der BFH aber bei drei Kin­dern im Alter von bis zu drei Jah­ren eine sol­che Betreu­ungs­si­tua­ti­on als nicht gege­ben an. Hin­zu kam, dass für das ältes­te der drei Kin­der ein Abzug der Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG zuläs­sig war. Im Übri­gen ver­wies er dar­auf, dass der Gesetz­ge­ber die durch den Betreu­ungs­be­darf in jun­gen Fami­li­en aus­ge­lös­te Ein­bu­ße an Leis­tungs­fä­hig­keit nicht nur mit den Rege­lun­gen des Steu­er­rechts, son­dern auch durch sozi­al­recht­li­che Vor­schrif­ten aus­gleicht (z.B. Bun­des­el­tern­geld- und Eltern­zeit­ge­setz).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de